Teil 2: Neue Wege in Frankfurt und Göttingen

Wege entstehen dadurch, dass man sie geht. – Franz Kafka

Die Wege, die ich im Studium, auf meiner Reise gegangen bin und gehe, wurden vielfach schon von anderen gegangen. Doch den Momenten , da sie noch völlig unberührt waren und sich zum ersten Mal jemand mutig genug war, genau da entlanggehen zu wollen, war ich auf der Spur. Entdecken ließ sich dies zum Beispiel in der Paulinerkircin Göttingenhe in Göttingen (welche heute als Bibliothekssaal genutzt wird). Hier wurde 1787 als einer der ersten Frauen in Deutschland Dorothea Schlözer der Doktortitel verliehen (Philosophie). Bei ihrer Promotionsfeier in eben benannter Kirche durfte sie allerdings nicht teilhaben, da als einzigen Frauen den Ehefrauen der Professoren der Zutritt zu dieser Veranstaltung erlaubt war.

Es sollte jedoch noch lange dauern, bis ein Studium in Deutschland überhaupt für Frauen ermöglicht wurde. Erst waren viele Umwege, z.B. das Studium in der Schweiz notwendig, damit Frauen die von ihnen angestrebte Beschäftigung ausüben konnten (als Beispiel sei Elisabeth Hermine Winterhalter (1856 – 1952) angeführt, die die erste deutsche Chirurgin war und welche ihre Approbation in Deutschland nach ihrem Studium in Zürich erst nachmachen konnte, als es 1902 für Frauen erlaubt wurde).
An der Wende zum 20. Jahrhundert erlaubten erste Universitäten Frauen sich einzuschreiben. 1909 zogen auch als letzte die preußischen Universitäten nach. Zu verdanken ist das der Frauenbewegung im Deutschen Reich, welche mit den Gedanken der Aufklärung genährt wurde.

Eine zweite Welle der Frauenbewegung entstand in der 1960er Jahren, unter anderem auch sehr stark in Frankfurt am Main. Der Berührungspunkt auf meiner Reise mit diesem Aspekt, war nicht geplant und damit umso erfreulicher. In der in Frankfurt am MainMensa der dortigen Deutschen Nationalbibliothek durfte ich die Tochter einer Frau kennenlernen, die im Zuge dieser Frauenbewegung das Frauengesundheitszentrum Frankfurt (FGZN) mitgegründet hat.

Dies sind zwei Facetten einer Sache, die mit unheimlich beeindruckt. Menschen, die Mängel und Missstände entdecken, sich nicht scheuen, gegen Ungerechtigkeiten anzugehen und eben neue Wege beschreiten. Und so auch z.B. mir mein Studium zu ermöglichen.

Doch noch ist die Reise nicht zuende. Was ist mit der Unterbesetzung von Frauen in Topmanagement-Positionen? Dies war der Titel einer in einem Kolloquium vorgestellten Abschlußarbeit der Soziologie an der Universität Göttingen. Welche Wege werden hier wohl beschritten und wofür wird dies gut sein?

Und auch meine Reise war hier nicht zuende…

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