Gedanken zur Identität

Jeder Mensch wird als Kind seiner Zeit geboren. Das betrifft sämtliche Lebensbereiche: den des Musikgeschmackes und des Schönheitsideals, der politisch korrekten Einstellung, der Einstellung zu Geschlechterrollen und zur technischen Entwicklung um nur eine Handvoll zu nennen. Jede Generation wird von der Menschheitsgeschichte im Rückblick und der aktuellen Entwicklung auf ganz eigene Weise geprägt.
Die Herausforderung besteht darin, daraus seine eigene Identität herauszubilden um kreativ mit den Anforderungen des Lebens umgehen zu können. Dies ist es, was ich vorerst für mich als den sogenannten „Sinn des Lebens“ verstehe.
Was zur Identität gehört, ist ebenso komplex, wie diese ganzen Gedanken bisher. Ich nenne nur einiges, zum Weiterdenken wird aufgefordert: Identität zu haben, heißt, seinen eigenen Charakter und seine Wünsche gut kennenlernen; eine eigene Meinung zu bilden, auch wenn das heißt, sich zu entscheiden zu einer bestimmten Sache keine Meinung zu haben; sich in ein Netzwerk von Beziehungen einzufügen und aktiv zu entscheiden, welche Rolle man einnehmen möchte.

Nun ist in unserer Zeit besonders die Arbeit zur wichtigsten Einheit der Identitätsstiftung geworden. Wer arbeitet und dafür Geld bekommt, der wird akzeptiert und fügt sich gut in den gesellschaftlichen Kreislauf, trägt zum BIP und der Rentenversicherung bei und kann den Kopf erhoben tragen. Schwer um Anerkennung kämpfen müssen dagegen Künstler, Arbeitslose, Studenten, Mütter oder Väter, die für den Nachwuchs sorgen. Ihnen haftet der schmähliche Stempel der Schmarotzerei, der Faulheit und des Unwillens zur Arbeit an, obwohl dies in den wenigsten Fällen so zu sein scheint.

Besonders in diesem Falle wäre es also gut, die eigene Identität nicht von außen bestimmen zu lassen, sondern danach im Inneren zu suchen. Denn es ist eine leere Identität, das zu erfüllen, was von anderen, die dich gar nicht kennen, erwartet wird. Auch die Anerkennung derer verpufft nach nicht allzu langer Zeit.
Die Sicherheit seiner Selbst aber begleitet einen das gesamte Leben lang.

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