Ein Auszug

Erst als Roman konzipiert, wird es wohl eine Erzählung werden, umrankt von Episoden dieser Art.

…Sie stand in einem Waldstück, Bäume links und rechts von ihr. Zuerst war er ihr gar nicht aufgefallen, dieser eine Baum. Beim zweiten Blick allerdings merkte sie, dass etwas nicht stimmte. Er war zu perfekt, zu hell die Farben, keine fehlerhaften Stellen, kein Schmutz zu sehen, keine von Wind oder Vögeln abgerissenen Blätter.
Das musste sie näher betrachten. Sie stellte sich direkt vor den Baum, befühlte die Rinde, betastete die Blätter, legte ihr Ohr an den Stamm und merkte jedesmal, dass es nicht echt war, was sie fühlte. Die Rinde war in gesundem Braun gestrichen, welches ihren faulen, stinkenden Charakter übertünchen sollte. Die Blätter erstrahlten förmlich in einem Grün, welches nur einer Farbpalette entspringen konnte,  jedoch nicht der Natur. Bei näherem Hinsehen verschwand die Illusion allerdings sehr schnell…

…Ein winzigkleines Blättchen hatte sich den Weg ans Licht gebahnt, ganz am Ende eines Ästchens. Hellgrün, leuchtend, inmitten all der kranken Blätter. Es sprühte Leben, verbreitete Helligkeit trotz seiner begrenzten Größe und obwohl es nicht wirklich auffiel. Man fürchtete um das Blättchen, dass es wohl nicht lange leben
würde, von seiner Umgebung vergiftet, des Lebens beraubt, durch den Tod und das Leid um es herum. Und wenn man nicht genau hinsah, so war es auch nicht zu sehen, überdeckt vom Leid, von der Trauer ringsherum…

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