Wochenendabenteuer oder: Was früher besser war

bei 34° Wassertemperatur

Badespaß mit Krabbe

Vergangenes Wochenende herrschten saharanahe Temperaturen. Tagsüber über 35°C und nachts kaum Abkühlung bei 20°C. Draußen wohlgemerkt. Unsere DG-Wohnung hat sich jeden dieser Tage etwas mehr aufgeheizt, 30°C war ganz normal. Abends. Im Schlafzimmer des Babys. Zur Schlafenszeit. Das passt natürlich äußerst schlecht zusammen, denn wie soll ich das Zimmer abdunkeln um es vor dem gleißenden Sonnenlicht zu schützen, wenn eigentlich jeder Luftzug benötigt wird, um Erleichterung zu schaffen. Argh (d.h. es hat mich geärgert). Mein Baby tat mir so leid, so dass wir Zuflucht gesucht haben (auch, weil ich noch weniger Schlaf als sonst bekam, da ich in Wärme selbst schwerlich nur einschlafen kann). In meinem Elternhaus, wunderbar aus Stein gebaut, Kältespeicher quasi.
Freitag abend sind wir eingezogen und ich sah mich einerseits in meine eigene Kindheit zurückversetzt und andererseits mit einer völlig neuen Situation konfrontiert. Auf einmal waren eine Handvoll mehr Familienangehörige, also Urgroßeltern und Großeltern, Onkel um das Baby und mich herum da, die sich mit ihm beschäftigen können, Aufmerksamkeit schenken, aufpassen, an der Hand laufen lassen können, stützen, wo es droht hinzupurzeln. Was für eine enorme Entlastung!
Vor allem zu spüren, dass ich nicht den ganzen Tag, also 24 Stunden lang, die alleinige Verantwortung tragen muss (manchmal auch zu zweit). Mit seinen 11 Monaten ist das Baby zur Zeit sehr anhänglich, möchte und braucht ständig Körperkontakt, hängt also sonst nur an und auf mir und beschwert sich lautstark, wenn ich keine Hand frei habe. Im Familienkreis ist es wunderbar einfach zu sagen, bitte passt doch mal kurz auf, ich will schnell [*beliebiges alltägliches Grundbedürfnis des menschlichen Lebens eintragen*]. Es ist auch wunderbar, wenn das Baby sich nicht mit mir allein zuhause langweilen muss, denn zugegebenermaßen als introvertierter Mensch mit einem hohen Ruhebedürfnis bin ich nicht so die Spaß- und Actionkanone, wie es ein temperamentvolles, neugieriges, kontaktfreudiges Baby gern hat.
Zwei Dinge, die das Leben in einer Großfamilie, wie es vor 50/100(?) Jahren üblich war, beneidenswert macht.
Natürlich birgt das auch Konflikte in sich und natürlich sehe ich auch die Vorteile des Lebens im 21. Jahrhundert.
Doch ich hätte dieses so andere Leben von dieser Seite her gut gefunden und bin froh, es wenigstens drei Tage erlebt zu haben um es schätzen zu können. Damit ist vielleicht auch das gernzitierte Sprichwort gemeint:

Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu großzuziehen.

Vielleicht heißt es auch „zu erziehen“? Wie dem auch sei, ohne das Dorf ist das mit dem Kind echt nicht so einfach für alle Beteiligten.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s