Advent, Advent…

Da nun endlich die heiß erwarteten mehreren Zentimeter Schnee liegen (seit Tagen schon fängt der Hausmeister von gegenüber pünktlich um 6 Uhr an, seine Schneeschippe zu schwingen – leider gab es nur wenige Schneeflocken  – es handelt sich also mehr um geräuschvolles Metall-auf-Stein-Kratzen – super. Nicht.), die Straßen zeitweise spiegelglatt sind, so dass die Autos am Berge liegen bleiben und wir das Dorf nicht mehr verlassen können, da wir im Tal liegen – jetzt endlich komme ich dazu, wieder einmal etwas niederzuschreiben. Gefühlt ist es sehr lang her, dass ich mich dem Blog widmen konnte. Lag auch daran, dass ich weniger Zeit als sonst hatte. Denn: das Kind geht nun zu einer Tagesmutti!!11!

Im November begannen wir kurzfristig mit der Eingewöhnung. Mittlerweile klappt es super, in den ersten Wochen war viel Anspannung zu bemerken, vor allem auch, wenn ich mittags zum Abholen kam und das Kind, statt sich zu freuen, anfing zu weinen. Nun ist lauthalses Lachen zu hören und eher Unmut, wenn ich es anziehe und zum Auto laufen will. Ich bin sehr froh, diese Tagesmutti gefunden zu haben: noch ein Kind im selben Alter, jeden Tag sowohl frische als auch Stallluft, da nebenan ein Bauernhof ist und jede Menge Tiere herumlaufen. Und sie ist so eine Liebe, die Mutti!

Der Grund für die Änderung des Planes (eigentlich sollte das Kind erst mit 18 Monaten zur Tagesmutti und nicht schon mit 14) lag in meiner Kollegin, die sich unerwarteterweise den Arm brach, so dass meine Arbeitskraft sehr gebraucht wurde. Ehrlich gesagt habe ich mich über die Gelegenheit gefreut und mit Freuden dies so geregelt. Der Chef hätte es wohl nicht erwartet. Denn nichts sehnte ich mehr herbei, als endlich wieder einen geregelten Tagesablauf, Struktur, einen Grund früh aufzustehen, einen Plan zumindest für die Hälfte des Tages, Arbeit, die auch entlohnt wird (nicht nur mit Euronen, auch mit innerer Anerkennung), etwas anderes, als das Haushaltschaos und die bohrende Langeweile. Und ich bin sehr froh, wie es nun ist. Das Kind freut sich über eine ausgeglichene Mama, die noch mehr Geduld, Spaß und Gelassenheit hat.

Absolut kein Vergleich zu der Zeit vor genau einem Jahr. Ich wollte gestern meine Tagebuchaufzeichnungen dazu heraussuchen, musste aber feststellen, dass ich vor dem 5. Monat des Kindes keinen einzigen Buchstaben aufgeschrieben habe. Ein guter Indikator, wie es mir damals ging. Nämlich nicht gut, um es euphemistisch auszudrücken. Nach wie vor will ich so eine Zeit nicht noch einmal erleben müssen, bei allen Muttergefühlen nicht.

In den aktuellen Charts der Reaktionen von Omis oder anderen Müttern liegt ja folgender Satz weit vor:

Die Kleinen werden ja soo schnell groß, es wäre doch schön, sie würden immer so klein bleiben!

Äh, nein, nope, nö. Das ist schon ganz gut so, wie schnell das geht und wie selbstständig Baby innerhalb eines Jahres werden. Super, dass das Kind jetzt allein läuft, fantastisch, wie es selbst Bücher umblättern möchte oder die Tasse halten, bezaubernd, wie es das Tuch an die Nase hält, um sie zu putzen. Damals in der Zeit habe ich diesen Blogeintrag gelesen: hier – das konnte ich mit allen Stiften, die ich besitze, unterschreiben.

Einen schönen zweiten Advent wünsche ich!

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