Huch

Diesen Beitrag wollte ich heute, am Sonntagabend eigentlich so anfangen: „Huch. Erst viertel 8 und das Kind ist schon im Bett. Was fang ich nur mit der ganzen Zeit an?“ Doch dann wachte es wieder auf und das mehrere Male, als ich gerade dachte, es schläft wieder tief und fest. Das liegt wohl am Schnupfen, mit dem das Atmen nicht allzu leicht fällt. Deshalb ging es heute auch so zeitig ins Bett*, weil der kleine Körper damit doch zu kämpfen hat, auch wenn das Kind fit und energiegeladen wie eh und je scheint. Deshalb nun so:

Huch. Schon wieder ein Tag vorbei. Und eigentlich kann ich das ausweiten auf: schon wieder eine Woche vorbei, schon wieder fast der Februar vorbei. Wo in aller Welt geht die Zeit hin? Und vor allem, was habe ich die ganze Zeit gemacht?

Tik-TakGut gefüllt auf jeden Fall. Nur eben ganz anders als vor der Geburt. Die jetzigen Wochen sehen so aus, dass ich früh um 7 Uhr herum aufstehe und mich fertig mache. Wenn das Kind dann erwachet ist, unternehme ich mit ihm die Morgentoilette. Wir frühstücken und auf gehts zur Tagesmutti, von wo ich dann flux auf Arbeit düse und versuche, in 2,5 – 3 h jede Menge gesammelte Aufgaben zu erledigen. Um 12 Uhr hole ich das Kind gut gesättigt und mit Eindrücken gefüllt wieder ab, höre mir die Erzählungen** von all den Tieren an, die heute gemeinsam besucht wurden (wie schon erwähnt, gehören jede Menge Bauernhoftiere, groß und klein, dazu) und fahre heim. Zwischen halb und um 13 Uhr versuche ich das Kind auf die Idee zu bringen, Mittagsschlaf zu machen, was fast immer prima klappt. Und nun habe ich Zeit für mich, die ich gut zu nutzen weiß/muss. Manchmal kann ich allerdings von Glück reden, wenn ich meine Beine gerade mal 20 Minuten hochlegen kann. Danach beginnt das Nachmittagsprogramm, entweder Essen einkaufen, draußen mit dem Plastikauto herumrollen, wenn das Wetter es hergibt, die Schwester besuchen etc. 18 Uhr sind wir dann fast immer wieder zuhause, essen zu Abend, Töpfchen, Zähneputzen, umziehen und nach dem Sandmann geht es dann irgendwann ins Bette. Meistens zwischen halb und um 8 Uhr.

Ich finde es erstaunlich, wie schnell dann so ein Tag vorbei ist.

Letzte Woche fragte mich eine Freundin, was sich denn mit der Geburt des Kindes verändert hätte. Meine Antwort war: Alles! Und das stimmt auch. Für mich kann ich mittlerweile sagen: sehr viele Dinge haben sich zum Guten verändert. Wo ich vor einigen Jahren, im Studium, große Probleme damit hatte, meine Tage ordentlich zu strukturieren und morgens genug Motivation zu finden, aufzustehen, während ich abends vor lauter Gedanken sehr schlecht einschlafen konnte, ist das überhaupt kein Problem mehr. Aufstehen muss ich! Keine Alternative weit und breit. Die Tagesstruktur ist durch die Bedürfnisse und den Rhythmus des Kindes vorgegeben. Und begebe ich mich auch nur in die Nähe meines Bettes in eine horizontale Position, falle ich schon in Tiefschlaf. Anders würde ich auch nicht genügend Schlaf erhaschen, da das Kind nachts des öfteren meiner Anwesenheit bedarf. C’est ca. Einige Dinge haben sich zum Schlechteren verändert, allerdings nur auf kurze Zeit von einigen Jahren.*** Und damit kann ich gut leben! Denn huch, das Kind ist ja schon fast anderthalb Jahre alt! Es wird so schnell groß sein und dann werde ich mich zu dieser Zeit jetzt zurücksehnen (wohl mit der unweigerlichen rosaroten Brille versehen).

Aber huch, genug in Gedanken versunken, so spät schon! Schnell aufs Sofa!

 

* Das Kind zeigt häufig selbst an, wann es ins Bett möchte, indem es mich an die Hand nimmt und ins Kinderzimmer geht oder indem es sich den bereitgelegten Schlafsack schnappt und angezogen werden will.

** Erzählungen ist natürlich übertrieben, es handelt sich lediglich um die Tierlaute, aber immerhin verstehe ich alles, was will man mehr.

*** Eigentlich benötige ich als klassisch Introvertierte viel Zeit allein für mich, um Energie zu tanken, die halbe Stunde beim Mittagsschlaf reicht dazu fast nie aus und abends hat der Mann Priorität. Das fehlt mir wohl am meisten.

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