Von der Ruhe

die Decke

die Decke

Zusammengekauert liege ich unter einer Decke. Es ist sehr warm. Einer der ersten schönen Frühlingstage dieses Jahr. Die Sonne scheint ungehindert auf die Wiese auf der ich liege. Um mich ist vieles zu hören, das Lärmen der Kinder, Vogelzwitschern, Gespräche der Erwachsenen.

 

Ich atme flach, da die Decke einen unangenehmen Eigengeruch trägt.

Die Last der vergangenen Woche ist noch deutlich zu spüren; Zeitdruck, betriebliche Sorgen, das Hetzen zwischen Firma und Kindergarten, der wenige Schlaf in den (selbstverschuldet) kurzen Nächten, die spärliche Erholung am Abend. Nur selten gelingt es wenigstens am Sonntag wie heute dies abzuschütteln.

Doch in diesem Moment unter der Decke komme ich dem sehr nahe. Ganz allein, in völliger Ruhe bei  mir, mit gutem Grund und damit gerechtfertigt liege ich hier. Deshalb auch ohne jegliches schlechtes Gewissen, ganz im Gegenteil zu den Momenten, in denen ich mich heimlich aufs „stille“ Örtchen schleiche, um ganz kurz meine Ruhe zu haben (und jedes mal „erwischt“ werde).

Des Kindes Bedürfnis, nicht allein zu sein ist groß, und meines, genau dieses sein zu können, ebenso.

Und so liege ich nun hier und genieße die Zeit unter der Decke in vollen Zügen. Lang kann sie sowieso nicht dauern. Nach ca. 20 Sekunden höre ich die kleinen Schritte nähern kommen, leise wird geflüstert, abrupt die Decke hochgezogen und aus voller Seele gekichert: „Gefunden! Jetzt versteck ich mich!“

Ein wahrer Moment Glück.

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