The flow

Es gibt wunderbare, unerwartete (und damit noch viel bessere) Zufälle. So zum Beispiel gestern Abend, an dem das Kind (mittlerweile 4,5 Jahre alt) kurz vor 19 Uhr einschlief!

Etwas, das jährlich ca. 2 – 3 Mal vorkommt. Normalerweise, bedingt durch den reichlichen Mittagsschlaf im Kindergarten, gleicht der Energielevel des Kindes gegen 20.30 Uhr dem eines Marathonläufers kurz vor dem Start. Nachdem ich allerdings täglich kurz nach 6 Uhr aufstehe und mich dann ohne Pause um Arbeit, Kind und Besorgungen, Haushalt, Garten, evtl. etwas Sport (neben dem Kind auf dem Fahrrad herrennen) kümmere, sinkt meine rein physische Fähigkeit, munter zu sein, gegen Null. Wenn das Kind dann nach etlichen Büchern und Geschichten endlich schläft, schlafe ich in 40% der Fälle gleich daneben ein und erwache desorientiert, um mich nur noch ins Bett schleppen zu können. Zu 60% stehe ich auf, freue mich über meine endlich frei gestaltbare Zeit, bin aber so fertig und müde, dass auf das Traumpaar Sofa / Serie meine Wahl fällt.

Gestern nun schlief das Kind bereits vor 19 Uhr! Wow! Ganz neue Möglichkeiten. In ganzen 3 Stunden kann ich nun das tun, was anliegt und was ich gern tue. Und zwar wach und mit Restenergie!

Zuerst stürze ich mich auf das halb begonnene Top, welches ich seit Wochen fertig nähen möchte. Mein Unfähigkeit, Dinge wegzuwerfen, hat beängstigende Ausmaße angenommen und sich auch auf die Sachen des Mannes ausgeweitet. Er hat vor einiger Zeit paar T-Shirts aussortiert und zerschnitten um Putzlappen daraus zu machen (meine erste Einmischung). Als ich aber sah, dass das Vorder und Rückteil gar nicht so schlecht aussahen, wollte ich mir nun unbedingt ein Top daraus nähen! Ich Verrückte ich!
Zurück aber zum Effektivitätsflow. Nachdem ich das innerhalb einer dreiviertel Stunde fertig genäht habe, nehme ich mir mit Vergnügen Zeit für eine halbe Stunde Yoga – und wieder nehme ich mir vor, das unbedingt jeden Tag zu machen, so gut fühle ich mich danach (den Vorsatz hab ich aber jedes Mal und komme dann doch Tage und Wochen nicht dazu).

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Anschließend gönne ich mir schonmal eine Folge meiner akutellen Lieblingsserie (OV!), während ich die handschriftlichen Memoiren eines Bekannten abtippe und per Latex der Digitalisierung zuführe (diese Arbeit ist dringend zu erledigen, da der Autor ein Alter jenseits der 90 erreicht hat und noch 40 Lebensjahre zu beschreiben hat, und ich will nicht makaber sein, aber… ach na egal). Nach Erledigung einer Sinneinheit war mir nach leichter Kost, also etwas Twitter, App-Spiel – hm Hunger?! Also erst vernünftigerweise Paprika und Brot vom Abendessen, später mit nachlassender Disziplin meinerseits Schokolade und Kekse.
In der zweiten Folge, und es ist mittlerweile jenseits von 22 Uhr, greife ich zum Strickprojekt (evtl. ein Poncho) und schaffe es sogar eine Reihe zu stricken!

Und wie ich so darüber nachdenke, ich werde mich nie wieder wundern, warum ich ständig so erschöpft bin – bei diesen 1001 Projekten. Aber ganz ernsthaft: ich liebe es so.

Denn nichts ist ein besseres Anzeichen dafür, dass es mir gut geht, als diese Motivation das Leben auszukosten und das Gefühl, es wäre zu kurz.

DANKE!

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