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der Papa

Ich denke, das Kind hat mit 16 Monaten noch keine Vorstellung von Entfernung. Oder von Zeiträumen wie etwa einer Woche. Eines aber ist sehr präsent im kleinen Köpfchen. Dass es da jemand gibt, den es „Papa“ nennt und der so richtig sehr zum Leben dazu gehört. So wie in den letzten 4 Wochen über Weihnachten. Beim Aufwachen war er meist da, abends hat er häufig Gute Nacht gewünscht. Er hat das Kind im Transporter mitgenommen usw.

Nun kommt es aber sehr häufig vor, dass dieser Papa von Montag bis Donnerstag nicht da ist. So wie diese Woche. Und viel stärker als vorher bemerke ich, wie das Kind den Papa vermisst. Sind wir im Badezimmer morgens zum Wechseln der Windel, zeigt es zum Fenster raus auf den Parkplatz, wo normalerweise der Transporter steht und sagt „Papa“. Ziehen wir uns am, um zur Tagesmama zu fahren, so bringt es mir erst meine Schuhe (ganz lieb, ne) und zeigt dann auf die Jacke vom Mann und sagt „Papa“. Kommen wir wieder heim, ist der erste Gang ins Büro, um zu schauen ob der Papa da ist. Heute beim Wäscheaufhängen bin ich ganz vertieft, als das Kind vorm Wäschekorb plötzlich ganz bestimmt „Papa!“ sagt. Ich schau genauer hin und tatsächlich, ein T-Shirt vom Mann liegt auch noch drin, ich lasse es ein bisschen damit kuscheln und hänge es dann auf. Kurze Zeit später macht mir das Kind energisch mit „Mamamama“ (wer Kinder hat, kennt diesen Ton) und einem liebevollen „Papa“ deutlich, dass es das Shirt wiederhaben möchte. Ich nehme es von der Leine und gebe es ihm. Und nun läuft das Kind stolz durch die Wohnung, schleift Papas T-Shirt hinterher (hätte ich mal vorher saubergemacht…) und ist zufrieden.

Was für eine schöne Papa-Kind-Beziehung!

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