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Von der Ruhe

die Decke

die Decke

Zusammengekauert liege ich unter einer Decke. Es ist sehr warm. Einer der ersten schönen Frühlingstage dieses Jahr. Die Sonne scheint ungehindert auf die Wiese auf der ich liege. Um mich ist vieles zu hören, das Lärmen der Kinder, Vogelzwitschern, Gespräche der Erwachsenen.

 

Ich atme flach, da die Decke einen unangenehmen Eigengeruch trägt.

Die Last der vergangenen Woche ist noch deutlich zu spüren; Zeitdruck, betriebliche Sorgen, das Hetzen zwischen Firma und Kindergarten, der wenige Schlaf in den (selbstverschuldet) kurzen Nächten, die spärliche Erholung am Abend. Nur selten gelingt es wenigstens am Sonntag wie heute dies abzuschütteln.

Doch in diesem Moment unter der Decke komme ich dem sehr nahe. Ganz allein, in völliger Ruhe bei  mir, mit gutem Grund und damit gerechtfertigt liege ich hier. Deshalb auch ohne jegliches schlechtes Gewissen, ganz im Gegenteil zu den Momenten, in denen ich mich heimlich aufs „stille“ Örtchen schleiche, um ganz kurz meine Ruhe zu haben (und jedes mal „erwischt“ werde).

Des Kindes Bedürfnis, nicht allein zu sein ist groß, und meines, genau dieses sein zu können, ebenso.

Und so liege ich nun hier und genieße die Zeit unter der Decke in vollen Zügen. Lang kann sie sowieso nicht dauern. Nach ca. 20 Sekunden höre ich die kleinen Schritte nähern kommen, leise wird geflüstert, abrupt die Decke hochgezogen und aus voller Seele gekichert: „Gefunden! Jetzt versteck ich mich!“

Ein wahrer Moment Glück.

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#12von12

Achtung! Es folgt ein Befindlichkeitsblogeintrag! Lesen auf eigene Gefahr.

Es liegen stressige Wochen hinter mir, was sehr viel mit emotional kräftezehrender Arbeit zu tun hat, aber eigentlich auch nicht, denn die Arbeit macht mir Spaß und ich bin sehr dankbar, dass ich sie habe. Natürlich bleibt es anstrengend. Was mich dann aber an den Rand der Erschöpfung treibt, ist anderes, nämlich zum Einen die Tatsache, dass ich irgendwie nie, nie, nie einfach nur allein sein darf/kann, obwohl ich das doch so für meinen inneren Frieden und mein Wohlbefinden benötige (Gedanken ordnen, nicht angespannt sein, auftanken…). Zum Anderen die Tatsache, in der letzten Zeit viel fordernde Menschen im Umfeld zu haben, z.B. in diesem vermeintlichen Urlaub, der mit 90 Teilnehmer viel mehr emotionaler Kraftfresser war und ein kleiner Disput mit meiner besten Freundin, der ich schlecht verständlich machen kann, warum ich wirklich einen Nachmittag mal für mich brauche. Gut, dass ich mittlerweile die Signale meines Körpers gut verstehe und weiß, wann die Grenze erreicht ist, vor allem, da ich ja Kraft für die Verantwortung für das Kind übrig haben muss!

Gestern war dann der 12. Juni. Warum dieser Tag eine ganze Menge dazu beigetragen hat, mich vom Ausbrennen zu bewahren, zeige ich in folgenden Bilder, nämlich als 12 von 12 – rechts, im Twitter-Widget nachzuschauen.

Wie wunderbar, zu Sonnenschein zu erwachen, entspannt bis mittags zu arbeiten, Besuch im Gartenmarkt, den Omanachmittag (Kind bei Oma) auszunutzen, um im Garten zu handwerken und zu entspannen und abends ohne Streß (freitags!) den Tag ausklingen zu lassen. Das Leben ist nun mal zu kurz, um nicht das Schöne so gut es geht zu genießen!

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Eigentlich

Eigentlich wollte ich schon letzte Woche etwas schreiben. So richtig positiv.

haende

Hände – groß und klein

Darüber, wie schön ich es mittlerweile finde, Zeit mit dem Kind zu verbringen, also fast gar nicht mehr anstrengend und meinen eigenen Bedürfnissen/Vorstellungen entgegenlaufend, sondern richtig herzerwärmend und toll. Einen Monat vor dem 2. Geburtstag (!wow!) kann es sich richtig gut ausdrücken, die meisten Sachen benennen, sagen, was es will und was es nicht will, es ist oft ausgeglichen, freut sich über kleinste Dinge, lässt sich leicht begeistern und kann vieles selbst machen (Papier schneiden, sich die Hände waschen, ganzen Joghurt auslöffeln…). Am liebsten ist es bei und mit anderen Kindern, was ich gerne jederzeit ermögliche, ob es nun die Kinder aus der Einfamilienhaussiedlung in der Nähe sind oder der Cousin.
Letzte Woche (die Woche vor unserem Urlaub) war ansonsten eine normale Arbeitswoche, außer dass meine Kollegin im Urlaub ist, ich ihre unverschiebbaren Aufgaben teils mit leisten muss und der Chef gerade aus dem Urlaub zurückkam und seine theoretische zweite Urlaubswoche absagte und die Firma mit Streß und Arbeit erfüllte. Es war also anstrengend auf Arbeit, ein schöner Kontrast am Nachmittag mit dem Kind. Am Freitag war nachmittags ein Lehrgang, was den Streß potenzierte, mir die sonstige Mittagspause nahm und ich erst kurz vor 5 zuhause war. So fertig war ich schon lange nicht.Und dann, am Samstag, dem ersten freien Tag, fühlte es sich so an, als würde ich zusammenbrechen. Kraft: Fehlanzeige, Motivation: keine, Geduld: fast aufgebraucht, Freude: wo? Das kenne ich schon aus der Prüfungszeit oder anderen größeren Anstrengungen. Da lebt man nun auf etwas hin und gibt alles, um die schwierige Zeit vorher zu überstehen und dann ist es soweit (endlich Ferien!) und man stürzt erstmal in ein Loch. Schwierig, das. Vor allem, da ich (ungeplant) erstmal alleine mit dem Kind war.
An der Stelle wollte ich dann eigentlich wieder in den Blog schreiben und mich beschweren, dass ich gerne einfach wieder Alltag hätte, dass ich genug vom Urlaub habe und der schon lange nicht mehr das ist, was er mal war.

Na und dann ging auch der Tag vorbei, besser als ich befürchtete. Es war Kinderstraßenfest, wo ich viele Bekannte getroffen habe, am Sonntag ein kleiner familienbedingter Ausflug mit dem Auto etwas weiter weg, was das Kind gut mitgemacht hat (ist nicht selbstverständlich). Das war auch gut, obwohl kein schöner Anlass. Das Kind ist abends deshalb zeitig ins Bett, ich auch und endlich mal wieder war es eine gute Nacht (kühl, keine Party vor dem Fenster, kein Gewitter, keine Mücken).

Heute morgen also sah unsere Urlaubswoche gar nicht so schlecht aus. Und stellen Sie sich vor, ich hatte sogar etwas Zeit für mich! Der Mann furh mit Kind zum Einkaufen und ich in den Garten. Gerade als ich ankam, fing der Himmel an, aus allen Wolken Wasser zu schütten, so dass ich mich knapp noch in die Hütte retten konnte. An Gartenarbeit war nicht wirklich zu denken, ein Buch hatte ich leider nicht mit. Also just-for-me-moment! Aber sowas von. Einfach da sein, nach innen gehen können, von nichts und niemand gefordert, gedrängt werden. Danke!

Und eigentlich war es höchste Zeit für me-time, denn das fiel in letzter Zeit ziemlich dünn aus. Ich bin nun wieder versöhnt mit der Welt. Denn eigentlich ist mein Leben gerade gar nicht so schlecht.

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Angespannt

Es ist ja nun so. Leben mit Kind/ern ist anstrengend. Manchmal nur so, oft zusätzlich lustig, faszinierend, erhellend, stressig, wunderbar. Letztes Wochenende war schön, leider war ich in Gedanken schon bei Montag. Da sind bei uns die Holzfenster außen gestrichen worden, zur Erhaltung derselben. Da die Tagesmutti frei hatte und das Kind sowieso zu Hause bleiben musste, konnte ich selbst nicht auf Arbeit. Ich war also den ganzen Tag zuhause, habe gekocht, das Kind zur Mittagszeit im Fahrradanhänger geschoben,  wo es schlafen konnte (die Wohnung war ja voller Farbdämpfe), bin dann, als die Maler fort waren, zu meinen  Eltern gefahren und konnte das Kind, wie üblich, dort unterbringen, während ich noch zu einem meiner Nachhilfekinder gefahren bin. Danach haben wir mit bei meinen Eltern Abendbrot gegessen und ebenfalls dort genächtigt. Am Morgen nach dem Frühstück Kind zur Tagesmutti, Geburtstagsgeschenk dagelassen, auf Arbeit und mittags wie sonst auch, Kind abholen, heimfahren und ins Bett legen. Eeendlich Pause!
Aber so angespannt wie gestern mittag war ich lang nicht. Ich wusste so gar nichts mit mir anzufangen, was mich runtergebracht hätte. Buchhaltung hat dann geholfen.
Äußerlich Ordnung schaffen bewirkt bei mir auch innerliches Ordnen.

Aber ich will mich wirklich überhaupt nicht beschweren. Deswegen.  Ich kann dennoch überlegen, was mir an solchen Tagen oder Phasen helfen könnte. Wenn ich so nachdenke, fällt mir kaum ein Tag ein, an dem ich etwas Schönes nur für mich mache. Nützliches ständig, Sachen für das Kind immer, Aufgaben erfüllen und Job/Nebengewerbe betreiben, ja. Aber die Seele bleibt sehr vernachlässigt und ich merke, das mir vieles fehlt. Also! Wie wäre es mit Sport? Das würde mir sehr gut tun, so wie zu Studiums Zeiten. Oder etwas Kreatives?kreativ Wäre toll! Gartenarbeit, yeah! Das geht leider nur in Absprache mit jmd., der/die auf das Kind aufpasst oder, es kommt einfach mit. Und letztens, das allererste Mal, hat es super geklappt! Es war irgendein Nachmittag, wir hatten nichts vor (was viel zu selten vorkommt und wieder mehr wird, weil ich gerne die Nachhilfe aufgeben will), also packte ich Snacks, Zutrinken, Mütze, Wechselsachen und alles, was man so auf einer Weltreise einem Ausflug in den Garten braucht, lud das Kind ins Auto und fuhr in den Schrebergarten. Es war nicht zu warm, kleines Lüftchen, paar Wolken. Wir machten es uns etwas gemütlich, dann packte ich die Hacke aus, das Kind bekam eine Schaufel in die Hand, ich riss Unkraut raus, das Kind neben mir buddelte in der Erde und bestaunte Erde, Steine, Ameisen und Wurzeln… Momente fürs Herz! Würklich!

Ab jetzt also jeden Tag etwas für MICH!

Ich fange heute an: Schwimmbadbesuch vom Kind und mir mit Schwester und Neffe bzw. Tante und Cousin. So schnell ist ein Nachmittag lang nicht vergangen!