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Von der Ruhe

die Decke

die Decke

Zusammengekauert liege ich unter einer Decke. Es ist sehr warm. Einer der ersten schönen Frühlingstage dieses Jahr. Die Sonne scheint ungehindert auf die Wiese auf der ich liege. Um mich ist vieles zu hören, das Lärmen der Kinder, Vogelzwitschern, Gespräche der Erwachsenen.

 

Ich atme flach, da die Decke einen unangenehmen Eigengeruch trägt.

Die Last der vergangenen Woche ist noch deutlich zu spüren; Zeitdruck, betriebliche Sorgen, das Hetzen zwischen Firma und Kindergarten, der wenige Schlaf in den (selbstverschuldet) kurzen Nächten, die spärliche Erholung am Abend. Nur selten gelingt es wenigstens am Sonntag wie heute dies abzuschütteln.

Doch in diesem Moment unter der Decke komme ich dem sehr nahe. Ganz allein, in völliger Ruhe bei  mir, mit gutem Grund und damit gerechtfertigt liege ich hier. Deshalb auch ohne jegliches schlechtes Gewissen, ganz im Gegenteil zu den Momenten, in denen ich mich heimlich aufs „stille“ Örtchen schleiche, um ganz kurz meine Ruhe zu haben (und jedes mal „erwischt“ werde).

Des Kindes Bedürfnis, nicht allein zu sein ist groß, und meines, genau dieses sein zu können, ebenso.

Und so liege ich nun hier und genieße die Zeit unter der Decke in vollen Zügen. Lang kann sie sowieso nicht dauern. Nach ca. 20 Sekunden höre ich die kleinen Schritte nähern kommen, leise wird geflüstert, abrupt die Decke hochgezogen und aus voller Seele gekichert: „Gefunden! Jetzt versteck ich mich!“

Ein wahrer Moment Glück.

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Eimer in blau

Huch.

Dinge gehen zu Ende. Zum Beispiel letztes Jahr (2015, man erinnere sich). Schneller als gedacht, betrachte ich die Tatsache, dass ich vor fast 7 Monaten zum letzten Mal die Muße hatte, einen Artikel zu verfassen. In der Zwischenzeit geschah die Eingewöhnung des Kindes in den Kindergarten mit jeder Menge Krankheitsphasen, die in der Bronchitis kurz vor Weihnachten gipfelten und die Erkenntnis, dass da wohl eine Fructose-Unverträglichkeit beim Kind besteht (mittlerweile kommen wir gut klar mit der Ernährung). Das neue Jahr kann diesbezüglich nur besser werden.

Eimer in blau

Eimer in blau

Ein Ende haben auch andere Dinge. Eimer zum Beispiel. Diese sind irgendwann abgenutzt und bekommen Risse, wodurch sie unbrauchbar werden. Im Alter von 3 oder 4 Jahren habe ich an Weihnachten einen kleinen blauen Eimer geschenkt bekommen (ich dachte es gäbe ein Photo, ist aber leider unauffindbar). Seitdem begleitet mich dieser Eimer durch die Schulzeit, das Studium und die letzten Arbeitsjahre bis jetzt. Und nun muss ich Abschied nehmen, weil er eben kaputt ist. Mit dieser Möglichkeit hatte ich gar nicht gerechnet, da ich so an den Eimer gewöhnt war. Seltsam, wie man so an Dingen hängen kann.

Passt andererseits zu einem meiner Vorsätze für 2016. Daran, kontinuierlich Dinge zu entsorgen und nichts Neues dafür zu kaufen. Minimalistisch wird es bei mir nie zugehen, dafür bin ich zu sehr Kind meiner Eltern und horte/sammel zu gerne. Aber die Richtung soll stimmen. Ähnlich hier.

Ich wünsch mir dadurch befreiter, unbelasteter und offener leben zu können. Und während das Kind mir aus Knetmasse ein Essensmenü nach dem anderen herstellt, freue ich mich auf weitere schöne Momente im neuen Jahr.

Eure Vorsätze?

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Die Glücksformel

Sich an kleinen Dingen zu freuen geht am besten, wenn man wenig hat.

Ich habe ja diesen Kalender mit wöchentlichen Sprüchen von tollen Frauen. Diese Woche passt gut zu meinem Thema hier:

Das Glück ist nicht in einem ewig lachenden Himmel zu suchen, sondern in ganz feinen Kleinigkeiten, aus denen wir unser Leben zurechtzimmern. (Carmen Sylva, 1843 – 1916, dt.-rumän. Schriftstellerin)

Wenn ich so mein Prä-Kind-Leben vergleiche mit dem Leben jetzt, so könnten die Unterschiede fast nicht größer sein. Vorher entspanntes Studentinnen-Dasein, nie wirklich Grund aufzustehen, alles war möglich, nichts musste, alles war nach oben (und unten) offen. Und jetzt: ein enggespanntes Netz aus Verpflichtungen und Vorgaben und Regeln und Strukturen, um den Alltag halbwegs auf die Reihe zu bekommen, um das Geld zu verdienen, das gebraucht wird, um Futter und Wohnung und Betreuung und Transportmittel bezahlen zu können. Und im hier und jetzt bemerke ich ganz intensiv, was mir fehlt, was ich will und was mir gefällt. Und die wenigen Minuten am Tag, die ich genießen kann (allein, Ruhe haben, in der Sonne sitzen, auf dem Sofa lümmeln), kann ich nun auch wirklich genießen! Und ich stelle die Theorie auf, dass das eben an der Begrenzung derselben liegt. Habe ich mehr als genug (Zeit, Möglichkeiten etc), so ist es (mir) nichts wert. Hab ich zuwenig, so ist das wenige (mir) unendlich wertvoll.

Und manchmal wird es so richtig absurd: ich genieße die Zeit bei der Zahnärztin, während sie mir die Füllung erneuert (unangenehm!!), einfach weil ich nur dasitzen kann und nichts machen muss! Keine Entscheidung treffen, nicht kommunizieren, nicht antreiben/bremsen/Verantwortung tragen. Einfach machen lassen. Wunderbar! Kann das überhaupt jemand nachvollziehen, der nicht in meinen Schuhen steckt?

Wunderbar sind auch die Fahrten zur Arbeit und zurück, bei denen ich meine Musik (laut) anhören kann. Oder die heilige 3/4-Stunde am Abend, wenn das Kind endlich schläft (meist gegen 21 Uhr, selten mal eher) und ich mich ganz in Ruhe mal an den Laptop setzen und surfen kann oder in die weichen, gemütlichen Sofakissen sinke und mich in eine Kuscheldecke mummel. Traumhaft. DAS WÜRDE ICH GEGEN NICHTS AUF DER WELT EINTAUSCHEN! Und vor wenigen Jahren hätte ich das den ganzen Tag tun können und wenn ich mal 10 Minuten dasaß, hatte ich dabei ein schlechtes Gewissen. Das ist z.B. auch komplett verschwunden. Wenn man den ganzen Tag von früh bis spät aktiv sein muss, alles zack-zack-zack abarbeitet und gerade so das Tagespensum schafft, dann hat man die Ruhe eben mehr als verdient, sagen meine inneren Stimmen.

Ich stelle also fest: um glücklich zu sein reicht es, das Leben enorm zu begrenzen und kleine Lücken für die Erfüllung der Bedürfnisse lassen. Mehr physischen Streß und weniger emotionalen Streß. Ich garantiere euch Glück in hohem Maße.* Werde ich jetzt reich??

*ohne Gewährleistung oder Anspruch auf Schadensersatz

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Zuviel

Lang, lang ist’s her, dass ich hier einen Beitrag verfasst habe. Zu wenig Zeit, keine Lust, keine Zeit zum Nachdenken und Gedanken-ausformulieren. Und Sorgen gehabt. Und mit Sorgen schreibt es sich nunmal nicht besonders gut. Wenn die Gedanken um diese eine Sache kreiseln und sich keine zufriedenstellende Lösung finden lässt, weil es keine gibt und wenn dann die Zeit fehlt, mit jemandem darüber zu reden und wenn man gar niemand so richtig kennt, dem/der es genauso geht.

Welche Sorge? Allgemein formuliert: die um das Wohlergehen des Kindes. Klingt total banal. Ist aber das Allerschlimmste, was ich je gefühlt habe. Das muss dieses Elternding sein. Ich dachte, Erwachsenwerden wiegt schon schwer. Aber Eltern sein erst!! Auslöser dafür war wohl, dass kurz nach Weihnachten dieser Magen-Darm-Virus das Kind (später auch den Mann) erwischt hat und ich 1 Tag lang alle 2 Stunden den Eimer parat haben musste. Wer weiß, welchen Grusel ich davor habe, selbst brechen zu müssen und dann mit meiner ganzen übermäßigen Empathie dem eigenen Kind dabei zuschauen muss – es war furchtbar! Aber es ging vorbei.

Der Eimer.

Dann ein oder zwei Wochen, kurz nach meiner Weisheitszahn-OP, als ich sowieso zuhause war, bekam das Kind ein richtig schönes 3-Tage-Fieber. So mit knapp 40°C Fieber, fast durchgehend schlafend (auf meinem Schoß), kurze Wach-Episoden (wo etwas getrunken wurde – Gott sei Dank!). In dieser Zeit hatte ich auch unglaublich viel Zeit mich zu sorgen und zu grübeln, ob ich das Richtige tue und dem Kind wirklich so helfe, wie ich es sollte etc. pp. Es ging dem Kind bald wieder gut, aber eine Woche später dann diese unglaublich doofe Situation. Es gibt ja Gummibärchen mit Zuckerersatzstoffen, die angeblich besser sind, weil ohne Zucker?? So eine Tüte bekam das Kind auf dem Nachhauseweg geschenkt – ich total abgelenkt – Zuhause angekommen war die Tüte leer. Nichts weiter dabei gedacht. Am Abend merkten wir dann, dass diese Ersatzstoffe wohl sehr abführend wirken. Erst dem Mann die komplette Kleidung mit Mageninhalt versehen. Dann auch noch mehrmals beim Toilettengang mir einen Riesenschrecken eingejagt. Und wieder der Gedanke, ob das nun harmlos ist (das Kind hatte übrigens Riesenspaß ob dieser lustigen Geräusche) oder ob ich zum Arzt gehen sollte oder was zu tun ist.

Und nun denke ich bei jedem roten Fleck im Nacken oder diffusem Atemgeräusch an eine tödliche Krankheit und fürchte mich davor, wenn das Kind nicht bei mir ist sondern bei Tagesmutti oder Oma, dass ich jeden Moment einen Anruf bekomme, weil etwas schreckliches passiert ist. Ist das normal???

Sicher kann ich mir gut wieder Verstand einreden. Oder das Ganze schön sarkastisch in einen Tweet verpacken. Trotzdem bleibt das Gefühl – hin und wieder.

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Das mit dem AP

In einem Brief (ja, einem echten handschriftlichen!) wurde angenommen, ich hielte viel von Attachment Parenting bzw. Bindungsorientierter Elternschaft und mir wurde dazu dann eine Frage gestellt. Auch wenn ich mich mit dem pädagogischen Konzept als solches gar nicht so gut auskenne, vor der Geburt des Kindes noch nie was gehört hatte, so scheint es doch zu stimmen. Zumindest wenn ich jetzt so rückblickend darüber nachdenke.

An dieser Stelle lasse ich mal einen kleinen Einblick in unsere Praxis folgen, bezüglich der heißdiskutierten Themen bindungsorientierter Elternschaft (Schlafen, Stillen, Tragen, Essen, Windeln, etc). Im Grunde habe ich im Laufe der ersten Monate mit dem Kind über alles mal mehr oder weniger nachgedacht und dann je nach Situation entschieden.
Außer der Sache, dass ich nicht unbedingt einen Schnuller geben wollte, dieses wusste ich schon vorher. Das lag z.T. daran, dass ich selber als Baby keinen wollte (und das später als etwas positives betrachtete) und dass ich dachte „was man nicht angewöhnt, muss man auch nicht abgewöhnen“. Das dazwischen 1-2 Jahre Einschlafprobleme liegen könnten (die vermutlich mit Schnuller nicht so anstrengend gewesen wären, wer weiß), hab ich nicht bedacht und ist etwas, was ich ein wenig bereue.
Ich gehöre allerdings zu den Glücklichen, bei denen das Stillen super funktionierte, dank hungrigem Kind. Nachdem ich eingesehen hatte, dass es Quatsch ist, einem Kind schon von Anfang an beibringen zu wollen, allein einzuschlafen (die Nonomo war trotzdem eine super Anschaffung), habe ich mir und damit allen den Gefallen getan, einfach zu akzeptieren, dass Einschlafstillen in Ordnung ist.
Manchmal war es mir zu viel, es gab etliche Phasen in denen ich gerne abgestillt hätte (um nicht die Einzige zu sein, die das Kind ins Bett bringen kann), ich habe nur gemerkt, dass das Kind die Nähe, Geborgenheit brauchte und so hab ich kurz mit mir gerungen und entschieden, dass es wichtiger ist, was das Kind gerade braucht, und ich insofern flexibler bin, bzw. auf lange Sicht denken kann (denn irgendwann, und mittlerweile ist es soweit, kann ich abends natürlich wieder weggehen und alle Freiheiten genießen, das Kind jedoch ist nur einmal so klein und hilfsbedürftig). Das ist wahrscheinlich genau der Punkt am Bindungsorientierten Elternsein. Die Bedürfnisse eines Kindes bekommen die Wichtigkeit, die jedem Menschen zustehen. Eben schon von Anfang an. Und wenn Eltern auch die Verantwortung tragen und über das Kind entscheiden, heißt das doch nicht, dass der Wille des Kindes unbedeutend ist.

Aber zurück zu den Streitthemen: ich trug ganz viel im Tragetuch, da dies eine sichere Methode war, das Kind zum Einschlafen und etwas längeren Schlafen zu bringen. Gut für es und für mich. Windeln waren fast keine Frage, klar lebe ich auch lieber eher ökologisch, nur ich kam so kaum klar mit mir und Kind versorgen und Mann auf Montage, wie hätte ich da noch Zeit und Kraft finden sollen, ständig Windeln zu waschen und aufzuhängen etc.
Im 7. Monat haben wir Brei angeboten (also kein Baby-Led-Weaning), schön selbst gekocht und da das gut ankam, wurde irgendwann das Essen einfach zerdrückt und auch härtere Sachen angeboten. Ich habe mich da von dem Kind leiten lassen, was ging und schmeckte, gab es und was nicht, nicht.
Familienbett kam insofern überhaupt nicht in Frage, da unser Elternschlafzimmer nur über eine steile Treppe im Dachgeschoss erreicht werden kann. Diese konnte ich mit einem Neugeborenen nicht erklimmen, also zog ich selbst die ersten Monate zur Schlafstätte des Kindes um. Später schlief ich wieder oben und stand halt 4 – 10 mal in der Nacht auf und kletterte runter. Aber was solls. Zumindest in der Zwischenzeit konnte ich tiefer und besser schlafen, als direkt mit Kind daneben. Ich tat einfach das, was in dem Moment für das Kind und mich am praktischsten bzw. besten war.
Aus dem Grund ging ich auch mit dem ersten Geburtstag des Kindes wieder stundenweise arbeiten, während Oma und der Mann da waren. Mir ist in meinem Leben noch nie so sehr die Decke auf den Kopf gefallen, wie in den ersten 12 Lebensmonaten des Kindes. Diese paar Stunden gaben mir ein kleines Stückchen Ausgleich und umso besser ging es mir und umso besser konnte ich mich um die Bedürfnisse des Kindes kümmern, war geduldiger etc. Ich folge also nicht komplett den Empfehlungen von AP-Anhängern, aber vom Grundsatz her.

Ich kenne Gott sei Dank in meinem Umfeld kaum Leute, die dazu kritische oder gemeine Kommentare abgaben, wie in diesem Internet hier so oft zu beobachten ist (z.B. wie Frische Brise schreibt). Ich habe mich sehr oft mit meiner Schwester abgeglichen, was sie wie macht und warum und dann für mich entschieden, wie ich es handhabe (wobei wir natürlich oft einer Meinung sind, gleiche Mutter und so). Informiert habe ich mich natürlich auch online und bin so auf viele tolle Bloggerinnen und Blogs gestoßen, die mir weiterhalfen oder erstmal bewußt machten, dass ich nicht die einzige mit diesem oder jenem Problem bin bzw. das dieses gar kein Problem ist, sondern wunderbar normal. Geborgen wachsen z.B. oder Umstandslos

Und nun zur ursprünglichen Frage dazu: Gibt es Grenzen, die dem Kind gesetzt werden und was geschieht bei dessen Nicht-Befolgung, d.h. welche Konsequenzen folgen? (Eigentlich „Strafen“ genannt, nur ich denke, der Begriff trifft im Alter meines Kindes (2,5 Jahre) noch gar nicht zu*)

Es gibt eindeutige Grenzen: nicht auf die Straße laufen oder fahren, nicht irgendwo zu weit hoch runterspringen, nicht mit dem Messer sich oder andere schneiden etc, eben (lebens)gefährliche Sachen. Darf nicht sein. Falls ich sehe, die Intention ist da, wird ganz klar nochmal das Verbot ausgesprochen und dann eben davon abgehalten. Falls es doch passiert ist, dann sage ich laut und streng, dass das nicht gut war, was immer schon genug Wirkung zeigt. Sprich, das Kind reagiert sowieso sehr sensibel auf meine Gemütszustände und ist äußerst betrübt, wenn ich denn mal ärgerlich werde. Das führt dann dazu, dass ich im Grunde nach dem streng-sein das Kind trösten muss und deutlich machen, dass ja alles gut gegangen sei und beim nächsten Mal besser aufgepasst wird.

Und sonstige Grenzen? Ich muss lang nachdenken, kommt immer auf die Situation an. Ich möchte keine Zustände, in denen Angst herrscht, wenn mal Essen herunterfällt oder etwas kaputt geht. Es kommt schon vor, dass das Kind etwas nach Verbot gerade tut und dabei spitzbübisch lächelt. In dem Fall sorge ich eher dafür, dass es das nicht wieder tun kann (außer Reichweite stellen, ablenken, oder Späßchen machen, dass es auf andere Gedanken kommt), anstatt einfach das Verbot zu wiederholen und damit eine Situation mit dieser Provokation zu schaffen, in der das Kind fast gar nicht anders reagieren kann, als es wieder zu tun (impulsgesteuert etc). An anderen Stellen sind Grenzüberschreitungen ganz klar Hilferufe (wenn das Kind nach dem Ins-Bett-Bringen nochmal aufsteht) und erfordern Abhilfe durch uns. Irgendetwas stimmt nicht um beruhigt einschlafen zu können und deshalb wird trotz der Ansage von Schlafenszeit aufgestanden. Eine negative Folge wäre hier fehl am Platz. Das Verständnis für die Situation des Kindes ist mir enorm wichtig und es fällt meist auch nicht schwer, mich da hineinzuversetzen. Aber auch so sind wir wohl eher nicht so streng, setzen viel auf Zusammenhänge erklären und das Kind überrascht mich manchesmal, wie verständig es schon ist (keine Süßigkeit nach dem Zähneputzen, sonst werden die Zähne wieder dreckig – okay, Mama).

Eventuell kann ich mehr dazu sagen, wenn das Kind größer ist, wir werden sehen.

Schön, dass auch gerade heute dieser Blogartikel bei Geborgen Wachsen online gestellt wurde, was die Sache von einem bestimmten Aspekt aus betrachtet: Ein Leben ohne „wenn… dann…“

Bei Verständnis- oder sonstigen Fragen, die Kommentare sollten funktionieren 🙂

*hier sollte jetzt eine valide Definition von „Strafe“ stehen, z.B. „Konsequenz für eine Tat mit bestehendem Unrechtsbewusstsein und dem Wissen um die Folgen“ und ich würde argumentieren, ein Kind mit 2,5 Jahren ist von der Entwicklung her noch nicht in der Lage, den Anlass für eine Strafe zu erfüllen

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Wenn ich Zeit hätte…

Wenn ich Zeit hätte, würde ich vom heutigenTag berichten. Ich würde beschreiben, wie dunkel, verregnet und trübselig der Morgen war; ich auf Arbeit im Büro bis zum zweiten Frühstück allein war, weil meine Kollegin Urlaub hat und fast niemand anrief, was gerade für einen Donnerstag ungewöhnlich und fast schon unheimlich war. Weiterhin würde ich vielleicht kurz schildern, wie ich, als es langsam heller wurde, die Jalousie doch etwas öffnete, um zu merken, dass ich wohl doch nicht allein auf der Welt bin. Vielleicht würde es mir gelingen, den krassen Gegensatz darzustellen zur zweiten Hälfte meines Arbeitsvormittags, als Chef und Kollege eintrafen und urplötzlich das Telefon gar nicht mehr stillstand, ich den Hörer des einen und das kabellose andere Telefon von einem Ohr und zum anderen nehmen musste und zwischendrin versuchen, einige Dinge mit dem Chef abzusprechen. Auf jeden Fall würde ich darüber schreiben, wie ich das erste Mal wieder aufatmen konnte, als mein Lieblingskollege ungeahnt zum Mittag auftauchte und wir ungestört quatschen und uns austauschen konnten. Ich würde schildern, wie froh ich war, dass er mir einen Weg zur Post ersparte und ich schneller Feierabend machen konnte, um zum krankem Kind zu eilen und den Mann abzulösen, der dann nachmittags arbeiten konnte. Vielleicht würde ich erläutern, wie verwunderlich es ist, dass das Kind seit 2 Tagen mittags keine Anstalten mehr macht, müde zu sein und im Bett spielt und ruht, aber eben nicht schläft. Vielleicht würde ich es auch nicht erwähnen. Genausowenig den Besuch von Oma, die auf das Kind aufpasst, während ich einen zahnchirurgischen Termin (zum Glück nur eine Vorstellung!) wahrnehme. Obwohl ich ihr dafür unendlich dankbar bin, dass das so gut und immermal wieder funktioniert! Es leben die Großeltern in der Nähe! Definitiv würde ich über den Ausflug in die „Stadt“ zum Zahnarzt plaudern, lang und breit – wie mich die Gerüche an meine Zeit in Leipzig erinnern, ich in die Karli zurückversetzt werde, die Straßenbahnen rattern höre und die unterschiedlichen Menschen sehe und reden höre – es war wunderbar. Ich würde bestimmt mein Erlebnis in der Zahnarztpraxis schildern, komplett in weiß, aus einem Werbeprospekt oder einem SciFi-Film entsprungen, die Zahnarzthelferinnen vom Laufsteg, der junge französische Arzt, der keine Sekunde zulang im Behandlungszimmer verweilen mochte und ich es nicht schaffte, ihn auf französisch zu beeindrucken. (prust) Ich würde über das angenehme Gefühl schreiben, mit dem ich viel früher als gedacht, aus der Praxis treten konnte und noch Zeit hatte zwei Läden zu tangieren – 4 Sachen für das Kind kaufen (3 Kleidungsstücke, etwas Knete), 3 Nähgarnrollen für mein aktuelles Nähprojekt. Ich würde vielleicht noch kurz über die schöne Heimfahrt schreiben, wie ich es mag mit lauter Musik und in Abendstimmung durch das Gebirge zu fahren. All das würde ich schreiben, wenn ich Zeit hätte.

Schade, dass ich keine habe.

Ach ja, Stadt riecht übrigens nach Döner.

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Meilensteine

In letzter Zeit ist es (mir) etwas sehr ruhig auf dem Blog. Zum Einen liegt es an meiner Tagesplanung, die kein Zeitfenster für Dinge wie „hinsetzen und schreiben“ oder „Gedanken sammeln und einen Beitrag konzeptionieren“ übrig hat. Geschweige denn könnte ich mir Sachen merken, über die ich schreiben würde, aber das ist ein anderes Thema. Zum Anderen finde ich mein Leben gerade ziemlich gut. Das konnte ich ehrlichen Herzens einer Freundin erzählen, mit der ich vergangenen Freitag bei IKEA stöbern und schlemmen war. Die Tage sind voll gepackt, ich komme gut damit klar, nachts komme ich zum Schlafen, da das Kind mittlerweile öfters mal durchschläft oder maximal einmal nachts wach wird und dann gut wieder einschläft. Wenn ich da an das erste Lebensjahr denke, wird mir übel. Ein riesen Fortschritt, für den ich sehr dankbar bin. Desweiteren haben wir einen Meilenstein hinter uns, den 2. Geburtstag des Kindes! Für mich immer eine Herausforderung, denn eine Feier zu organisieren, an alles denken, die Wohnung herrichten, Leute einladen, für Verköstigung und Unterhaltung sorgen – all das schaffe ich, möchte mich aber viel lieber hinter dem Sofa verkriechen und allein sein. Klassisch introvertiert halt. Das ist nun geschafft und damit auch eine Last von mir abgefallen. Der Tag an sich war wunderbar. Das Kind hatte zwar etwas Schnupfen, was sehr selten der Fall ist, aber es hat sich sehr gefreut über all die Gäste und die Geschenke und den Trubel.

Nun beginnt der September, es geht auf das Jahresende zu (ja, ja, klingt so pathetisch), aber ein bisschen fühle ich mich wie Neuanfang. Und ganz dazu passend der zweite Meilenstein. Schon länger ist von meinem Arbeitgeber der Wunsch zu hören, ich könnte doch etwas länger arbeiten, als die bisher ca. 15-18 Stunden in der Woche. Das wurde auch konkret durch die Umstellung auf meinen alten Vertrag und den Wegfall der geringfügigen Beschäftigung (dafür hatte ich eh schon zuviel Stunden). Noch länger zu arbeiten wäre nur möglich, wenn das Kind bei der Tagesmutti schlafen würde, bisher holte ich es nach dem Mittagessen ab. Ich hätte auch ehrlich nicht erwartet, dass es so problemlos klappen würde. Denn das Zubettgehen allgemein ist schon eher kompliziert, wie ich letztens schrieb. Gestern haben wir es nun probiert, ich habe das Kind verbal vorbereitet, wir haben das Kopfkissen, den Bär und den gewohnten Schlafsack eingepackt und mitgenommen. Mittags bin ich dann von Arbeit nicht wie gewohnt abholen gefahren, sondern gleich nach Hause und saß wie auf brennenden Kohlen, es war furchtbar, ich erwartete jeden Moment den Anruf, ich möge schnell kommen, das Kind ist in Panik. Der Anruf kam auch, allerdings anders als gedacht. Denn – oh Wunder – es ist freudestrahlend mit den anderen beiden ins Bettchen, hat sich eingekuschelt und 15 min später haben alle geschlafen ohne einen Mucks von meinem Kind. Wie toll ist das denn! Ich bin super stolz! Geholfen hat sicher, dass die allerliebste Freundin nach ein paar Wochen Krankheit den ersten Tagen wieder da ist. Oder dass wir so eine super Tagesmutti haben. Oder ich hatte mal wieder zu viel unbegründete Furcht. Fragen sie mal eine Mehrfach-Mutti.

Wie auch immer, das kann gerne so weiter gehen!