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Meilensteine

In letzter Zeit ist es (mir) etwas sehr ruhig auf dem Blog. Zum Einen liegt es an meiner Tagesplanung, die kein Zeitfenster für Dinge wie „hinsetzen und schreiben“ oder „Gedanken sammeln und einen Beitrag konzeptionieren“ übrig hat. Geschweige denn könnte ich mir Sachen merken, über die ich schreiben würde, aber das ist ein anderes Thema. Zum Anderen finde ich mein Leben gerade ziemlich gut. Das konnte ich ehrlichen Herzens einer Freundin erzählen, mit der ich vergangenen Freitag bei IKEA stöbern und schlemmen war. Die Tage sind voll gepackt, ich komme gut damit klar, nachts komme ich zum Schlafen, da das Kind mittlerweile öfters mal durchschläft oder maximal einmal nachts wach wird und dann gut wieder einschläft. Wenn ich da an das erste Lebensjahr denke, wird mir übel. Ein riesen Fortschritt, für den ich sehr dankbar bin. Desweiteren haben wir einen Meilenstein hinter uns, den 2. Geburtstag des Kindes! Für mich immer eine Herausforderung, denn eine Feier zu organisieren, an alles denken, die Wohnung herrichten, Leute einladen, für Verköstigung und Unterhaltung sorgen – all das schaffe ich, möchte mich aber viel lieber hinter dem Sofa verkriechen und allein sein. Klassisch introvertiert halt. Das ist nun geschafft und damit auch eine Last von mir abgefallen. Der Tag an sich war wunderbar. Das Kind hatte zwar etwas Schnupfen, was sehr selten der Fall ist, aber es hat sich sehr gefreut über all die Gäste und die Geschenke und den Trubel.

Nun beginnt der September, es geht auf das Jahresende zu (ja, ja, klingt so pathetisch), aber ein bisschen fühle ich mich wie Neuanfang. Und ganz dazu passend der zweite Meilenstein. Schon länger ist von meinem Arbeitgeber der Wunsch zu hören, ich könnte doch etwas länger arbeiten, als die bisher ca. 15-18 Stunden in der Woche. Das wurde auch konkret durch die Umstellung auf meinen alten Vertrag und den Wegfall der geringfügigen Beschäftigung (dafür hatte ich eh schon zuviel Stunden). Noch länger zu arbeiten wäre nur möglich, wenn das Kind bei der Tagesmutti schlafen würde, bisher holte ich es nach dem Mittagessen ab. Ich hätte auch ehrlich nicht erwartet, dass es so problemlos klappen würde. Denn das Zubettgehen allgemein ist schon eher kompliziert, wie ich letztens schrieb. Gestern haben wir es nun probiert, ich habe das Kind verbal vorbereitet, wir haben das Kopfkissen, den Bär und den gewohnten Schlafsack eingepackt und mitgenommen. Mittags bin ich dann von Arbeit nicht wie gewohnt abholen gefahren, sondern gleich nach Hause und saß wie auf brennenden Kohlen, es war furchtbar, ich erwartete jeden Moment den Anruf, ich möge schnell kommen, das Kind ist in Panik. Der Anruf kam auch, allerdings anders als gedacht. Denn – oh Wunder – es ist freudestrahlend mit den anderen beiden ins Bettchen, hat sich eingekuschelt und 15 min später haben alle geschlafen ohne einen Mucks von meinem Kind. Wie toll ist das denn! Ich bin super stolz! Geholfen hat sicher, dass die allerliebste Freundin nach ein paar Wochen Krankheit den ersten Tagen wieder da ist. Oder dass wir so eine super Tagesmutti haben. Oder ich hatte mal wieder zu viel unbegründete Furcht. Fragen sie mal eine Mehrfach-Mutti.

Wie auch immer, das kann gerne so weiter gehen!

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the game is on

Manchmal komme ich mir vor, wie in einer schlechten aber dennoch witzigen Gameshow. Aufreibend für die Teilnehmenden, aber von außen betrachtet recht witzig. (Gut, dass ich mich auch manchmal mit Abstand betrachten kann). Und das kommt so:

Stellt euch vor ihr seid in einer Reality-Show und hättet täglich dieselbe Aufgabe, die darin besteht, eine Spielpartnerin* ins Bett zu bringen. Nun darf sich diese Mitspielerin ein kleines, aberwitziges Detail ausdenken, jeden Tag neu, welches zuerst erfüllt sein muss, bevor diejenige bereit ist, einzuschlafen. Und ich meine wirklich dämliche Dinge, nichts so offensichtliches wie: zu warm, zu kalt, zu hell. Sondern: ein Buch unterm Bauch oder das Kopfkissen AUF dem Kopf und nicht darunter. Erst wenn ihr dieses Detail exakt so hergerichtet habt, ist Ruhe. Ohne jegliche verbale oder andersweitige Hinweise. Ewigkeiten kann das dauern, kann man sich ja vorstellen. Kurz vor der Verzweiflung – keine Seltenheit. Und es ist ja nicht so, dass man einfach die Show abbrechen könnte und nach Hause gehen.
Denn, ihr ahnt es, die Gameshow ist mein Leben und  ja, ich meine natürlich das Kind beim abendlichen Zubettgehen. Ich bin jedoch schon ziemlich weit gekommen, in diesem Spiel, finde ich.

Schön auch, dass es wohl Kinder gibt, die man wach ins Bett legen und rausgehen kann (ich hörte davon). Aber wie langweilig wäre das denn, nicht wahr? The game must go on!

*Ich verwende generisches Femininum. Spielpartner sind natürlich mitgemeint, die stecken ja schon im Wort drin, nicht wahr.

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Eigentlich

Eigentlich wollte ich schon letzte Woche etwas schreiben. So richtig positiv.

haende

Hände – groß und klein

Darüber, wie schön ich es mittlerweile finde, Zeit mit dem Kind zu verbringen, also fast gar nicht mehr anstrengend und meinen eigenen Bedürfnissen/Vorstellungen entgegenlaufend, sondern richtig herzerwärmend und toll. Einen Monat vor dem 2. Geburtstag (!wow!) kann es sich richtig gut ausdrücken, die meisten Sachen benennen, sagen, was es will und was es nicht will, es ist oft ausgeglichen, freut sich über kleinste Dinge, lässt sich leicht begeistern und kann vieles selbst machen (Papier schneiden, sich die Hände waschen, ganzen Joghurt auslöffeln…). Am liebsten ist es bei und mit anderen Kindern, was ich gerne jederzeit ermögliche, ob es nun die Kinder aus der Einfamilienhaussiedlung in der Nähe sind oder der Cousin.
Letzte Woche (die Woche vor unserem Urlaub) war ansonsten eine normale Arbeitswoche, außer dass meine Kollegin im Urlaub ist, ich ihre unverschiebbaren Aufgaben teils mit leisten muss und der Chef gerade aus dem Urlaub zurückkam und seine theoretische zweite Urlaubswoche absagte und die Firma mit Streß und Arbeit erfüllte. Es war also anstrengend auf Arbeit, ein schöner Kontrast am Nachmittag mit dem Kind. Am Freitag war nachmittags ein Lehrgang, was den Streß potenzierte, mir die sonstige Mittagspause nahm und ich erst kurz vor 5 zuhause war. So fertig war ich schon lange nicht.Und dann, am Samstag, dem ersten freien Tag, fühlte es sich so an, als würde ich zusammenbrechen. Kraft: Fehlanzeige, Motivation: keine, Geduld: fast aufgebraucht, Freude: wo? Das kenne ich schon aus der Prüfungszeit oder anderen größeren Anstrengungen. Da lebt man nun auf etwas hin und gibt alles, um die schwierige Zeit vorher zu überstehen und dann ist es soweit (endlich Ferien!) und man stürzt erstmal in ein Loch. Schwierig, das. Vor allem, da ich (ungeplant) erstmal alleine mit dem Kind war.
An der Stelle wollte ich dann eigentlich wieder in den Blog schreiben und mich beschweren, dass ich gerne einfach wieder Alltag hätte, dass ich genug vom Urlaub habe und der schon lange nicht mehr das ist, was er mal war.

Na und dann ging auch der Tag vorbei, besser als ich befürchtete. Es war Kinderstraßenfest, wo ich viele Bekannte getroffen habe, am Sonntag ein kleiner familienbedingter Ausflug mit dem Auto etwas weiter weg, was das Kind gut mitgemacht hat (ist nicht selbstverständlich). Das war auch gut, obwohl kein schöner Anlass. Das Kind ist abends deshalb zeitig ins Bett, ich auch und endlich mal wieder war es eine gute Nacht (kühl, keine Party vor dem Fenster, kein Gewitter, keine Mücken).

Heute morgen also sah unsere Urlaubswoche gar nicht so schlecht aus. Und stellen Sie sich vor, ich hatte sogar etwas Zeit für mich! Der Mann furh mit Kind zum Einkaufen und ich in den Garten. Gerade als ich ankam, fing der Himmel an, aus allen Wolken Wasser zu schütten, so dass ich mich knapp noch in die Hütte retten konnte. An Gartenarbeit war nicht wirklich zu denken, ein Buch hatte ich leider nicht mit. Also just-for-me-moment! Aber sowas von. Einfach da sein, nach innen gehen können, von nichts und niemand gefordert, gedrängt werden. Danke!

Und eigentlich war es höchste Zeit für me-time, denn das fiel in letzter Zeit ziemlich dünn aus. Ich bin nun wieder versöhnt mit der Welt. Denn eigentlich ist mein Leben gerade gar nicht so schlecht.

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Uhurlaub

Die letzten Wochen waren geprägt von viel Sonne und Wärme, außerdem jede Menge Regen, Gewitter, hellen Abenden, was das zeitige Einschlafen des Kindes verhindert, Wochenenden ohne Papa, dessen Job sich nunmal auf diese Zeiträume konzentriert, besonders im Sommer. Und vergangene Woche zwei Tage Urlaub,

Sommerlektüre

Sommerlektüre

Kühlgel, ich danke dir!

Kühlgel, ich danke dir!

der es in sich hatte. Eigentlich war nämlich alles dabei: ein wenig Sonnenbrand, fast in ein Gewitter geraten, ein großes Gewässer (Elbe), gute Urlaubsbegleitung, von einem unbekannten Insekt gestochen werden und eine beachtliche Schwellung am nächsten Tag, Fahrradtour, historisches Gemäuer besuchen, unterwegs essen, shoppen, Zeit, um mal in ein Buch zu schauen, aber sehr sehr wenig Schlaf.

Nur eigentlich, denn ich brauche nun doch mindestens zwei Tage, um irgendwo anzukommen, so seelisch. Das war hier per se nicht  möglich. Wie auch immer. Ich freue mich nun wieder auf den Alltag! Das ist ja auch eins der vielen Vorteile von Urlaub. *smileyeinfügen*

Eine ganz andere Sache noch: eine Aussage, unabhängig voneinander von zwei Personen geäußert, ließ mich in der letzten Zeit etwas ratlos zurück und ich grübel seitdem hin und wieder darüber. Falls es möglich ist und jmd mir antworten möge: was heißt es, wenn gesagt wird „das Kind hat dich ja ganz schön im Griff“? Situation 1: das Kind will partout beim Leben nicht in den Kindersitz auf die hintere Sitzbank, ich schnalle also kurzerhand den Sitz auf den Beifahrerplatz und wir können ziemlich friedlich losfahren. Situation 2: das Kind fährt mit der Kutsche und kommt an ein Hindernis, an dem es hängenbleibt. es sagt „gehtnich“, ich stehe auf und schiebe die Kutsche so, dass die Fahrt weiter gehen kann. ??

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Die Löcher

Löcher kenne ich gut, diese Dinger. In meinem Leben gibt es so manche; ich habe hier mal versucht, sie zusammenzufassen.

Da wären zum Beispiel die Löcher in der Erinnerung „Habe ich heute schon was getrunken, oder nicht? Was sollte ich morgen der Tagesmutti mitbringen? Wie lang ist der letzte Besuch bei den Urgroßeltern her?“ Solche Sachen. Die Zeit, sie rast und wir kommen nicht hinterher. So wenig Kraft. Das liegt wohl auch an den Löchern im regelmäßigen Schlaf. 5 Stunden am Stück schlafen? LUXUS! Es gab Zeiten, da war ich sehr froh, überhaupt mal in eine Tiefschlafphase zu kommen.
Löcher entstehen auch im Freundeskreis. Bedingt durch den Umzug, allerdings verstärkt durch die mangelnde Flexibilität und die Unmöglichkeit, abends wegzugehen. In den letzten anderthalb Jahren genau 3! Mal probiert. Jeweils nach 0,75 bis 1,5h zurückkehren müssen, da das Kind erwachte und ohne Mama nicht wieder einzuschlafen gedachte. Es bleiben verständnisvolle und andere Eltern von kleinen Kindern, mit denen man sich hin und wieder privat oder auf dem Spielplatz treffen kann. Der Kreis der Menschen, mit denen man zu tun hat, begrenzt sich enorm. Auf Arbeit die Kollegen, die Tagesmutti, die Verwandtschaft, die man oft besucht, die Nachhilfekinder, die zu mir kommen und der Tankwart/Supermarktkassiererin/Bäckereiverkäuferin. Bemühen muss ich mich schon arg, hin und wieder die Mütter in der Krabbelgruppe zu treffen oder alten Freunden zu schreiben (Mail / SMS). Die restliche Zeit wird mit Kind verbracht, drin und draußen. Die Hausnachbarn und die Gartennachbarn hätte ich beinahe vergessen, doch damit ist der menschliche Kontakt komplett erschöpft! Für viele Menschen ist das sicher normal, ich finde es viel zu eng!
Ein weiteres Loch wurde in verschiedenen Medien vielfach hoch- und runterdiskutiert, nämlich das finanzielle Loch im elterlichen / mütterlichen Portemonnaie. Nach einer quasi Vollzeitstelle vor der Geburt bin ich nun in einem Minijob gelandet, der monatlich eher 200€ – 300€ abwirft. Davon gebe ich die Hälfte der Tagesmutti, die in der Arbeitszeit das Kind wunderbarst betreut (kann ich nicht genug betonen!). Den Rest erhält der Supermarkt, oder Online-Shops bzw. örtliche Läden für Kinderbedarf. Ach ja, Kindergeld kommt dazu, danke Staat! Reicht, oder? Hm.
Die Löcher, die mich am stärksten belasten, sind die emotionalen. Nach dem Krankenhausaufenthalt und den ersten Tagen zuhause, als ich einfach nur froh war, wieder zuhause zu sein, erfasste mich z.B. eins. Plumps. Drin.* Erschöpft sein, nicht wissen, wofür man das alles macht, war es das schon im Leben? Werde ich die nächsten 10-15 Jahre nichts anderes machen? Wann habe ich überhaupt Zeit für mich? Ist das abendliche Sitzen auf dem Sofa wirklich die tägliche Erfüllung? Irgendwann läuft der Alltag so reibungslos, dass man nicht mehr dazu kommt, daran zu denken. Oder die mangelhafte Erinnerung lässt einen vergessen, hat also auch sein Gutes, so ein Loch.

Und dann kommen Momente, da helfe ich dem Kind über die Löcher auf dem Weg hinweg, steche Löcher in Eier um sie dann auszublasen und gemeinsam anzumalen und bin begeistert, wie sich das Kind Löcher in den Bauch freut über die Katze der Nachbarin.

Diese Dinger, ich werde wohl mit ihnen auskommen müssen.

 

*Fairerweise muss ich erwähnen, dass ich solche Phasen auch vor dem Kind gut kannte.

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Schon 18!

18Schon 18 Monate! Also anderthalb Jahre. So lange lebt das Kind. Und jetzt ist es das bezauberndste Energiebündel, das ich kenne! (Das bedeutet: gleichzeitig wunderbar und auch anstrengend)

– es plappert mittlerweile viel, spricht so einige Worte nach
– es geht liebend gern zur Tagesmutti und beschwert sich, wenn ich es mittags abhole und mitnehmen will
– es liebt Tiere, Bücher, überhaupt draußen sein, irgendetwas vor sich her schieben, essen, hüpfen, gefahren werden, andere Kinder, singen, Huckepack getragen werden, Küsschen verteilen, Plüschtiere füttern und noch soooo vieles mehr
– es braucht nach wie vor zum Einschlafen einzig und allein die Mama, was mich von Zeit zu Zeit maximal frustriert, vor allem nachts!!
– dieser Frust ist aber sehr schnell wieder weg, weil es mit dem Augenaufschlagen am Morgen wieder das beste Kind ist, das ich mir vorstellen kann 🙂

 

Auf die nächsten 18! Hip-Hip-Hurra! Konfetti!